Pascal Petry: ''Wenn jeder seine Top-Leistung abrufen kann, dann schaffen wir es!''

Hallo Karl und Pascal! Ich hätte mit euch gerne ein anderes Interview geführt, aber leider ist es amtlich…: die 1. Mannschaft muss in die Playdown der 1. Bundesliga. Nach der Rückkehr von Christian Junk hat bestimmt niemand damit gerechnet, oder?

Karl: „Ein Aufsteiger hat es jedesmal schwer, sich in der Bundesliga zu behaupten. Aber mit Christian Junk als Verstärkung, hatten wir die Hoffnung, einen Platz im Mittelfeld belegen zu können.“

Pascal: „Vor zwei Jahren, hat Christian für die KF Oberthal gespielt und ich war die gesamte Saison wegen einen Kreuzbandrisses verletzt. Dieses Jahr war die Mannschaft mit der Rückkehr von Christian und mit mir eigentlich besser bewaffnet, aber es kam anders als wir uns es vorgestellt hatten.“

Am letzten Spieltag ist die SKG zu allem übel noch auf den letzten Platz verdrängt worden. Wurde diese Entäuschung bereits verdaut?

Karl: „Die Enttäuschung darüber, dass Gelsenkirchen in Herford den Zusatzpunkt gewonnen hatte, war schon sehr groß. Aber wir müssen jetzt nach vorne schauen und versuchen, wieder etwas mehr Selbstvertrauen und eine gewisse Lockerheit in unser Spiel zu bekommen - ähnlich wie in der letzten Saison.“

Pascal: „Die Situation ist jetzt alles andere als gut und wir sind natürlich noch enttäuscht, dass es soweit kommen konnte. Den Grund hierfür dürfen wir nicht bei unseren Gegnern suchen. Wir waren zum Schluss der Saison gar nicht gut drauf. Für die Abstiegsrunde müssen wir uns steigern und wir wissen, dass wir das können!“

Wenn ihr beide auf die reguläre Saison zurückblickt. Woran lag es, dass die Mannschaft am Ende doch um den Abstieg mitspielt?

Karl: „Der überraschende Fehlstart am ersten Spieltag hat uns gleich unter Zugzwang gesetzt. Die Mannschaft hatte sich zwar gefangen, aber dann fehlte mit zunehmender Spielzeit manchmal hier und da - sowohl auswärts als auch daheim - auch das gewisse Quäntchen Glück. Das Mannschaftsgefälle war in dieser Saison insgesamt zu groß.“

Pascal: „Am Anfang der Saison, wie du (Karl) schon sagtest, war das erste Heimspiel ein Rückschlag. Dann kamen Auswärtsspiele, in denen wir gut gespielt haben, aber nicht gepunktet haben. Hinzu kam noch die Heimniederlage gegen Oberthal, die unnötig war. Wir haben im Laufe der Saison gespürt, dass bei einigen Spielern die Sicherheit im Wurf gefehlt hat. Es sind Kleinigkeiten aber die Luft ist nunmal dünn in der 1. Bundesliga.“

Die Mannschaft hat es nicht geschafft an die Heimleistungen gegenüber der Saison in der 2. Bundesliga, anzuknüpfen. Lag dies am Druck oder eher an der Konzentration der Spieler?

Karl: „Druck hat man als Aufsteiger eigentlich immer, aber leider fehlte es in dieser Saison etwas an Konstanz. Jeder hat versucht, sein Bestes zu geben, aber leider hat das nicht immer ausgereicht.“

Pascal: „Richtig schlechte Heimspiele gab es in meinen Augen nicht, aber ich denke, dass wir nicht geschlossen genug gespielt haben. Gilzem war vor zwei Jahren Neuland für die Gegner, aber dieses Jahr nicht mehr. Die Gegner haben insgesamt besser gespielt und wir hatten Leistungsschwankungen in unseren Reihen. Dadurch war die Gesamtholzzahl in vielen Spielen nicht hoch genug.“

Reden wir über die Playdowns. Das erste Spiel ist ein Heimspiel. Die Fans im Gasthaus Dichter werden euch bestimmt nach vorne peitschen. Ein Heimsieg ist auch wichtig im Kampf um den Klassenerhalt. Allerdings braucht ihr auch die Unterstützung der anderen Mannschaften. Aus eigener Kraft wird es schwierig die Klasse zu halten…

Karl: „Im Grunde genommen, haben wir ja nichts mehr zu verlieren, so dass wir frei aufspielen können. Wir wollen natürlich unsere Hausaufgaben machen und zu Hause die 4 Punkte holen. Dabei können wir nur hoffen, dass die Punkteverteilung für die anderen Mannschaften am Ende zu unseren Gunsten ausfällt.“

Pascal: „Beim Heimspiel müssen wir den ersten Platz belegen und sind auch gleichzeitig auf Schützenhilfe der anderen Mannschaften angewiesen. Auswärts dürfen wir uns keinen Fehler erlauben, um zu vermeiden, dass wir an einem Spieltag den letzten Platz belegen. Es wird alles andere als einfach aber nicht unmöglich! Allerdings weiß ich was jeder im Stande ist zu werfen. Wenn jeder seine Top-Leistung abrufen kann, dann schaffen wir es!“

Wie kommt ihr auf den restlichen Bahnen (Gelsenkirchen, Iserlohn und Herford) zurecht?

Karl: „In Gelsenkirchen kann es eigentlich nur besser werden. In Iserlohn ist auch noch Luft nach oben und die Anlage in Herford liegt uns am ehesten.“

Pascal: „Alle Bahnen sind sehr ergiebig, aber es kann schnell passieren, dass man einer hohen Zahl hinterherläuft. In den Ligenspielen haben wir gezeigt, dass wir mithalten können. Vor allem Christian (Junk) und Chris (Fuchs) waren auswärts gut drauf. Die anderen im Team müssen versuchen an die Leistungen anzuknüpfen, um geschlossener zu spielen. Dann müssen wir abwarten, wie die anderen Mannschaften sich platzieren.“

Wie sieht es mit dem Kader aus. Wird die SKG in derselben Konstellation in die Abstiegsrunde starten oder werden es Veränderungen geben?

Karl: „Der Kader wird voraussichtlich etwas erweitert, da wir leider nicht an jedem Spieltag auf alle Stammspieler zurückgreifen können. Wir müssen also von Spieltag zu Spieltag planen. Die Abstiegsrunde der 1. Mannschaft und die gleichzeitige Teilnahme der 2. Mannschaft an den Playoffs zum Aufstieg in die 2. Bundesliga-Süd stellt uns vor eine große Herausforderung."

Pascal: „Wir werden ein wenig rotieren und Spieler aus der zweiten Mannschaft mit ins Boot nehmen, damit wir die sechs besten Spieler aufstellen können. Wir werden auch bei jedem Spieltag der Abstiegsrunde schauen, welche Konstellation am sinnvollsten ist.“

Es wäre schön, die Klasse doch noch zu halten, insbesondere da die 2. Mannschaft nach einer tollen Saison auch den Sprung in die 2. Bundesliga schaffen könnte. Wurde über dieses Szenario schon diskutiert?

Karl: „Zunächst möchte ich der 2. Mannschaft nochmal für ihre hervorragende Saison gratulieren und für das Playoff viel Glück und viel Erfolg wünschen. Natürlich wäre unser Klassenerhalt und gleichzeitig der Aufstieg in die 2. Liga klar das Nonplusultra. Allerdings hätten wir die Voraussetzungen hierfür während der Saison etwas besser gestalten können. Das wichtigste aber ist, dass wir mit beiden Beinen auf dem Boden bleiben und konzentriert an unsere Aufgaben herangehen. Was dann am Ende dabei herauskommt werden wir sehen.“

Pascal: „Unsere zweite Mannschaft hat diese Saison klasse gespielt! Sie war dieses Jahr sehr gut aufgestellt und hatte kaum Konkurrenz in der Landesliga. Viele aus der Mannschaft haben schon in der zweiten Bundesliga gespielt und jeder Spieler würde sich freuen aufzusteigen. Für den Verein wäre es ein Aushängeschild, da es meines Wissens nach noch nie der Fall war.“

Wie werdet ihr die Mannschaft motivieren, denn die Mission Klassenerhalt wird nicht einfach, aber nicht unmöglich…

Karl: „Ich denke, das Team wird selbst am meisten motiviert sein. Ich kann nur sagen, wir alle - der ganze Verein sowie die besten Fans der Liga, glauben an die Mannschaft und trauen ihr den Klassenerhalt zu. Beim Fußball heißt es: Der Pokal hat seine eigenen Gesetze. So ist es vielleicht auch beim Playdown.“

Pascal: „Um die Mission Klassenerhalt zu meistern, müssen wir uns definitiv steigern und ich weiss, dass wir es können. Jeder muss dran glauben nur so ist es möglich! In der Vergangenheit haben wir schon gezeigt, dass wir gemeinsam im Stande sind Sachen zu erreichen, die keiner von uns erwartet hätte. Ich denke z.B. an dem Aufstieg nach dem Weggang von Christian oder an den vier Punkten letztes Jahr in Bosserode in der Meisterrunde.“

Vielen Dank für euere Zeit und viel Erfolg in der Abstiegsrunde!

 

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