Holzfällen

 Das 3. Spiel der Aufstiegsrunde steigt in Kirchberg.

Morgens um 08.00 Uhr treffen wir uns im Gasthaus Dichter und machen uns auf den Weg zur selbsternannten "Macht vom Wasserturm" in Kirchberg. Während der gut einstündigen Hinfahrt ist noch Zeit für einen gemütlichen Trucker-Snack an der Tanke: ein eiskalter Stubbi und eine knackfrische Bockwurst. Das Frühstück für Champions gönnen sich heute morgen Olli und meine ausgeschlafene und hochmotivierte Wenigkeit. Am Ziel angekommen heißt es erstmal meine heute stark leidenden Stimmbänder zu ölen.

Nach dem Handshake mit den mir solangsam vertrauten Gesichtern der anderen Mannschaften folgt das Einspielen unseres Ersatzmannes Patrick Dichter: “Lass ma bisschen einmurmeln.“ Anschließend das Eröffnen des Spieltages durch den dreifachen traditionellen Schlachtruf: Gut Holz!  ...das wünschen auch die 30 mitgereisten Gilzemer Fans ihrem fleißigen Waldarbeiter des ersten Blocks, Patrick Bartz. Ausgerüstet mit Schutzhelm, Schnittschutzhose und einer sauscharfen Motorsäge visiert er konzentriert das Vorderholz an, quetscht 821 mal den Fällkeil goldrichtig in die Bruchstufe und lässt die Stimme in seinem Kopf somit mehrfach flüsternd referieren: “Holzfällen.“ Ein guter Start also, in dem wir uns hinter dem erstplatzierten mit 39 Holz Rückstand einreihen.

Im 2. Block machte es sich Julius Mangerich auf den für den Ultrafan unvorteilhaft geschnittenen und angestrengend zuzuschauenden Bahnen bequem. Eine etwas handbremsenähnliche Vorstellung lässt dank einer starken letzten Bahn noch 785 Holz übrig. Julius packt seinen Handrücken, wischt sich kräftig über seine vollen Lippen und stellt sich wie ein echter Anführer zurück in die donnernde Kurve.

Dass ein Abstand von über 100 Holz im Kegeln nicht sonderlich viel sein kann, wird mal wieder im nächsten Block klar. Chris Fuchs ärgert seine Gegner nach Belieben, einzig der quallige Tobias Brill kann mithalten. Der Konkurent vom Knotenverein Kirchberg findet nicht zu seinem Spiel und kommt gegen den besten Fuchs im Stall einfach nicht an. Mit 874 Holz lässt Chris den dritten Block zu einer vergnügt schweißtreibenden Angelegenheit werden. Die Sauerstoffbedingungen in dieser fensterlosen Zelle vergleichbar mit denen im Weltraum. Lautstark und tonangebend grüßen wir mit 15 Holz Vorsprung nun von der Spitze.

Nach diesem kräftezehrenden Block ist Zeit für ein Schnitzelbrötchen und ein tiefes Durchatmen an der frischen Luft. Nach einer kurzen Pause stehen wir hinter unserem Kapitän Kim. “Der hat unglaublich dicke Eier!“ lässt uns ein Gilzemer Fan wissen. Kim liefert wieder eine solide 829 am Ende des 4. Blocks. Durch eine starke Zahl des Kirchbergers Adam Markus rutschen wir jedoch wieder auf den 2. Platz.

Block 5. Das Spiel ist wie ein Schachtel Pralinen, man weiß nie was man bekommt. So, oder so ähnlich lauteten die ersten Worte, die mir Fränk Greischer mit seiner basslastigen Sprachfärbung um die Ohren haute. Vom gestrigen, wohl nicht überzeugenden Heimspielauftritt lässt sich Fränk also wahrscheinlich nicht aus der Ruhe bringen. Jede Kugel ist wie eine in Packpapier verpackte Praline, die schmelzend auf der Zunge zergeht. 120 mal zum Genießen. 120 mal verblüfft von dieser Eleganz. Von dieser ungeniert, fast widerwärtigen Eleganz. 835 Holz stehen nach dieser begeisternden Episode zu Buche und somit im letzten Block nur ein Rückstand von 15 Holz.

Im 6. Block lässt Tom Hoffmann den Wurfarm pendeln. Durch eine unglückliche Bahn fällt er nach kurzer Zeit jedoch weit zurück, in seinem Rücken aber immer wieder diese phänomenale, niemals verstummende Gilzemer Kegelfamilie, die zu jeder Zeit hinter jedem Spieler steht. Das Ergebnis dabei: Egal! Mehr noch, haben wir das Ziel der 3 Punkte erreicht, es mit 84 gesammelten Gummipunkten sogar übertroffen.

Am Ende des Spiels stehen 4937 Holz auf der Tafel, die Tabellenführung wurde wie gewünscht verteidigt.

Der Aufstieg, er rückt näher, scheint greifbar. Nächsten Samstag steigt in Bosserode das krachende Finale dieser Meisterrunde, in der rein rechnerisch noch 2 Mannschaften aufsteigen können.

Seid gespannt. See you.

#SKG #Aufstiegsrunde #ichwilldochnurkegeln

 

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