Es ist kein "Auf Wiedersehen", es ist nur ein "Bis Bald"!

"Das verflixte 7. Jahr" ist ein Liebeskomödie aus dem Jahr 1955 von Regisseur Billy Wilder. Im Film arbeitet der Schauspieler Tom Ewell an einem Buch vom Psychiater Dr. Brubaker, der schreibt, dass fast alle Männer sich im siebten Jahr ihrer Ehe nach Affären umsehen. Am Samstag Abend hat unser Spieler Julius Mangerich dem Verein mitgeteilt, dass er für die Mannschaft für die kommende Saison nicht mehr zur Verfügung steht. "Das verflixte 7. Jahr" eben...

 

Nach 7 Jahren ziehst du das Gilzemer Trikot zum letzten Mal aus… Eine solche Entscheidung zu treffen war bestimmt nicht einfach…

Nein, das war es nicht. Diese Entscheidung ist auch nicht einfach von heute auf morgen gefallen. Erste Gedanken zu dem Thema habe ich mir bereits zu Beginn der Play-Offs gemacht. Dann kam Corona… Gezwungener Maßen mussten wir die Kugeln erste einmal ruhen lassen, was dazu geführt hat, dass sich bei mir bestimmte Eindrücke die ich vorher schon hatte, nochmals verstärkt haben.

Wieso hast du diese Wahl getroffen?

Bereits zum Ende der letzten Saison hatte ich immer öfter das Gefühl, es würde mir eigentlich vollkommen ausreichen hinter der Bahn bei den Fans zu stehen und die Mannschaft anzufeuern und nicht selbst aktiv ins Spielgeschehen einzugreifen. Mein Anspruch war immer, mit 110 Prozent Einsatz bei der Sache zu sein. Sowohl im Training als auch im Wettkampf. Diese Motivation konnte ich leider im Training schon länger nicht mehr finden. Die lange Corona Pause hat mir meinen Eindruck dann nochmal bestätigt. Weder Training noch Wettkampf fehlten mir auf eine Art und Weise, wie ich sie bisher verspürt habe, wenn man mal längere Zeit nicht gespielt hat.

Diese Entscheidung hat nichts mit der momentanen Situation in der Kegelwelt zu tun, oder?

Das will ich nicht ganz ausschließen. Man sollte meinen, dass man gerade in Krisenzeiten egal ob beruflich oder in privaten Bereichen, enger zusammenrückt. Nun hat der Kegelsport leider nicht nur mit der Corona Krise zu kämpfen, sondern auch seit langem mit einer existenziellen. Leider werden die Distanzen zwischen Sportlern, Verband und zwischen den einzelnen Klassen aber nicht kleiner, sondern immer größer. Das hat meine Entscheidung den Kegelsport nicht mehr auf dem bisherigen professionellen Niveau ausüben zu wollen schon beeinflusst.

Welche Erinnerungen wirst du an Gilzem behalten?

Ich habe in Gilzem als Sportler mehr erreicht, als ich mir bei meinem Wechsel vor sieben Jahren je hätte vorstellen können. Viel wichtiger als die sportlichen Erfolgserlebnisse sind aber der Zusammenhalt und die Freundschaften die entstanden sind. Von Meisterfeier bis Abstieg, von Play Off bis Play Down, von Mannschafts-Bahnrekord bis Heimniederlage. Das alles werde ich niemals vergessen. Danke, dass ich teil dieser Mannschaft sein durfte, es war unglaublich.

„Einmal ein Gilzemer, immer ein Gilzemer!“ Trifft dieses Zitat auch bei dir zu?

Absolut!

Wirst du Gilzem vermissen?

Ob ich es irgendwann vermissen werde für Gilzem auf der Bahn zu stehen, kann ich noch nicht sagen. Alles andere würde ich sehr vermissen. Muss ich aber nicht, da ich ja nach wie vor dabei sein kann!!

Ein Stück von deinem Herz wird also auf jeden Fall in Gilzem bleiben… Wirst du die Spiele auch weiterhin verfolgen?

Ja auf jeden Fall. Ich freue mich jetzt schon auf die ein oder andere Auswärtstour, bei der noch ein Plätzchen für mich im Bus frei ist.

Willst du unseren Fans noch etwas mitteilen?

Zunächst einmal möchte ich mich bei jedem einzelnen für die tolle Zeit bedanken. Was in Gilzem in den letzten Jahren entstanden ist hätte ich nicht für möglich gehalten. Das der gesamte Verein von der ersten bis zur sechsten Mannschaft so sehr zusammen steht ist schon etwas besonderes. Dass dann auch noch das gesamte Dorf und ja, sogar über die Grenzen hinaus, Zuschauer uns unterstützen kommen, ist einfach unglaublich. Für mich und ich denke das spreche ich im Namen der Mannschaft, war das niemals selbstverständlich! Alle Erfolge die wir in den letzten Jahren erreichen konnten, verdanken wir euch und eurer Unterstützung.

Zum Abschluss… Wo zieht es dich jetzt hin? Bleibst du dem Kegelsport treu?

Im Tälchen habe ich das Kegeln gelernt. Jetzt freue ich mich darauf, hier nochmal die ein oder andere ruhige Kugel schieben zu können.

 

Vielen Dank Julius für die tollen 7 Jahre die du hier verbracht hast, für deinen unermüdlichen und vorbildlichen Einsatz, sei es auf, hinter oder neben der Kegelbahn und wir werden dich als Sportkamarad und guten Freund vermissen. Wir wünschen dir alles Gute und viel Holz bei deinem neuen (alten) Verein und freuen uns dich irgentwann mal wieder im Gasthaus Dichter begrüßen zu können.

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