Gilzem dreht das Spiel gegen Hüttersdorf

Wenn der KSC Hüttersdorf im Gasthaus Dichter gastiert, ist ein Topspiel garantiert. Am 14. Spieltag der 1. Bundesliga entwickelte sich die Partie jedoch zu einer echten Mammutaufgabe, die Gilzem erst spät zu seinen Gunsten entscheiden konnte.

Vor allem ein Name stach an diesem Nachmittag heraus: Robin Schrecklinger. Einer der besten Spieler der Liga zeigte eine absolute Ausnahmeleistung und erteilte den Gilzemer Akteuren eine Lehrstunde. Mit einem Schnitt von 244 Holz pro Bahn schraubte er sein Ergebnis auf herausragende 977/12 Holz und kratzte damit sogar am Bahnrekord von Patrick Bartz (980 Holz vom 8. Januar 2022). Das Gilzemer Startduo versuchte mit aller Macht, den ersten Block dennoch zu gewinnen. Sowohl Patrick Bartz (900/8) als auch Christian Junk (900/9), der auf Bahn Zwei die Räumgasse sogar durchblankte, kamen jeweils auf exakt 900 Holz. Der Rückstand hielt sich mit 21 Holz in Grenzen, da Marius Weber auf Hüttersdorfer Seite nicht über 844/4 Holz hinauskam.

Im zweiten Block bot sich dann die große Chance, das Spiel in Richtung eines möglichen 3:0 Heimsiegs zu lenken. Die Vorgabe war klar: Hohe Zahlen spielen, Webers Ergebnis überspielen und die direkten Gegenspieler hinter sich lassen. Diese Aufgabe schien machbar, da die Zahlen von Hamm (840/3) und Leißmann (851/5) keine unüberwindbare Hürde darstellten. Mike Reinert erfüllte seine Aufgabe mit soliden 889/7 Holz souverän. Patrick Dichter hingegen erwischte einen gebrauchten Tag und kam überraschend nur auf 810/1 Holz. Damit war klar, dass der Zusatzpunkt kaum noch zu holen sein würde.

Mit 16 Holz Rückstand ging es in den alles entscheidenden Schlussblock. Der Zusatzpunkt war nahezu außer Reichweite, doch die beiden verbleibenden Punkte mussten zwingend in Gilzem bleiben, um die Hoffnung auf die Meisterrunde am Leben zu halten.

Die Ausgangslage war brisant, zumal mit Marc Glöckner auf Hüttersdorfer Seite noch einmal ein absoluter Topspieler die Kugeln in die Hand nahm.

Es entwickelte sich ein nervenaufreibender Schlagabtausch, ein echtes Spiel auf Messers Schneide. Nach jedem Wurf konnte das Pendel in die eine oder andere Richtung kippen. Doch nach der Halbzeit zeigte sich, dass die Gilzemer an diesem Tag den längeren Atem hatten. Vor allem die Brüder Kim und Tom Hoffmann übernahmen Verantwortung und erhöhten den Druck von Bahn zu Bahn. Kim Hoffmann brachte zunächst die nötige Stabilität ins Spiel und distanzierte Wolfgang Ulrich (817/2), dem zwei Bahnen vor Schluss sichtbar die Kräfte schwanden. Parallel dazu lieferte Tom Hoffmann eine Vorstellung ab, die das Gasthaus Dichter elektrisierte. Mit konsequentem Spiel und kühlem Kopf setzte er sich immer weiter von Marc Glöckner ab und ließ mit starken 935/11 Holz keinen Zweifel mehr am Ausgang des Duells.

Als die letzten Kugeln gefallen waren, stand fest: Gilzem hatte das Spiel gedreht. Mit einem Vorsprung von 75 Holz (5307:5232) blieben die entscheidenden Punkte im eigenen Haus, auch wenn der Zusatzpunkt verdient an die Gäste aus Hüttersdorf geht.

Nach diesem Ergebnis bleibt der Sprung in die Meisterrunde weiterhin möglich. Der abgegebene Punkt muss jedoch bei den kommenden Auswärtsspielen in Düsseldorf oder am letzten Spieltag in Trier wieder aufgeholt werden.